Brandgefahren im Frühjahr, in Haushalt und im Freien
Im Frühjahr lauern im Haushalt spezifische Brandgefahren, die oft durch den
Übergang von der Heizperiode, den Frühjahrsputz oder die verstärkte Nutzung von
Balkon und Garten entstehen. Gerade im Frühjahr werden die Gartenmöbel wieder
rausgeholt und für den Sommer auf dem Balkon oder der Terrasse bzw. dem Garten
hübsch gemacht. Oftmals wird hier bei Holzmöbeln Leinöl verwendet. Besonders
bei pflanzlichen Ölen (wie Leinöl) entsteht durch Oxidation Wärme, die sich im
zusammengeknüllten Lappen staut. Diese Hitze kann die
Selbstentzündungstemperatur erreichen. Vielerorts wird auch über den Winter
abgestorbenes und abgetrocknetes Unkraut mit Brennern abgeflämmt. Das
Abflammen von Unkraut birgt eine hohe Brandgefahr, da Funkenflug oder Hitze
trockene Pflanzen, Hecken (besonders Thuja) und Mulch schnell entzünden könne.
Flammen sollten vermieden werden; nur ein kurzes Erhitzen ist nötig.
Alternativen zum Abflammen:
Mechanische Entfernung mit Fugenkratzern
oder Bürsten.
Einsatz von heißem Wasser.
Hochdruckreiniger.
Heißluft- oder Infrarotgeräte.
Ölgetränkte Lappen, Ursachen und Hintergründe:
Oxidationsprozess: Trocknende Öle (z. B. Leinöl,
Firnis) reagieren mit Sauerstoff.
Wärmestau:
Wird der Lappen zusammengeknüllt, kann die entstehende
Wärme nicht entweichen. Die Temperatur steigt, was die Reaktion beschleunigt,
bis der Lappen brennt.
Gefahrgut: Besonders gefährdet sind
Baumwolllappen, die mit Holzölen, Wachsen oder bestimmten Farben/Lasuren
getränkt sind.
Zeitfaktor: Die Selbstentzündung erfolgt
nicht sofort, sondern oft erst nach einigen Stunden.
Richtige Entsorgung zur Vermeidung:
Trocknen: Die Lappen ausgebreitet und
einzeln im Freien trocknen lassen.
Wasser: Die Lappen in einem Eimer mit
Wasser einweichen.
Luftdicht: Lappen in einem verschlossenen
Metallbehälter oder einem Glas mit Deckel aufbewahren.
Nicht in den Hausmüll: Öllappen niemals
zusammengeknüllt in den normalen Müll werfen.
Weitere Hauptbrandgefahren im Frühjahr:
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Verstaubte Elektrogeräte: Nach der Heizperiode können sich in Heizkörpern,
Heizlüftern oder Lampen Staubansammlungen befinden. Wird der Heizlüfter im
Frühjahr erneut genutzt, kann dieser Staub überhitzen und sich entzünden.
Wärmestau bei Elektrogeräten: Mehrfachsteckdosen, die oft
hinter Sofas oder Schränken platziert sind, können überlastet werden,
besonders wenn Geräte wie Staubsauger oder Terrassenheizer im Frühjahr
häufiger laufen.
Ladekabel und Akkus: Lithium-Ionen-Akkus von
Gartengeräten (wie Akku-Rasenmäher, Heckenscheren) oder E-Bikes, die nach
dem Winter wieder aufgeladen werden, bergen ein erhöhtes Brandrisiko.
Frühjahrsputz und
Reinigungsmittel: Viele Reinigungsmittel sind brennbar. Achten Sie
auf Hinweise auf der Verpackung und verwenden Sie diese nicht in der Nähe
von offenen Flammen oder heißen Elektrogeräten.
Offenes Feuer und Grillen: Erste Grillsessions auf dem
Balkon oder der Terrasse erhöhen die Gefahr durch Fettbrände oder
umkippende Grills.
Rauchmelder-Wartung: Der Frühjahrsputz ist der
ideale Zeitpunkt, um die Rauchmelder zu prüfen, da diese oft durch Staub,
der sich über den Winter angesammelt hat, Fehlalarme auslösen oder in
ihrer Funktion beeinträchtigt werden können.
Vorbeugende Maßnahmen:
Rauchmelder testen: Prüfen Sie im Rahmen des
Frühjahrsputzes die Funktion der Rauchmelder durch Drücken des Testknopfs.
Reinigung nicht vergessen
Rauchmelder sollten vorsichtig abgestaubt werden.
Wichtig: Nicht mit dem Staubsauger reinigen, das kann
empfindliche Bauteile beschädigen .
Geräte reinigen: Befreien Sie Heizkörper,
Elektroheizungen und Ventilatoren von Staub.
Steckdosen nicht überlasten: Vermeiden Sie das
Hintereinanderschalten von Mehrfachsteckdosen.
Akkus sicher laden: Laden Sie Akkus von
Gartengeräten auf nicht-brennbaren Untergründen und lassen Sie diese nicht
unbeaufsichtigt am Ladegerät.
Zusätzlich
wird empfohlen, im Keller gelagertes, leicht brennbares Material zu entfernen,
um die Brandlast zu verringern.